Text #3: „Der Krieg ist schrecklich wie des Himmels Plagen“ – Ein Schulaufsatz von 1914

Die „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts, der Erste Weltkrieg, kostete 1914-1918 etwa 17 Millionen Menschen das Leben. Er begann mit dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo und endete in einem Eisenbahnwagon mit dem Waffenstillstand von Compiègne. Dazwischen lag unendliches Grauen.

Wie so oft gilt in der Historie: neben den politischen Akteuren auf nationaler und internationaler Ebene sind es die nicht weniger wichtigen und berührenden Zeugnisse, die Archivare zur Nutzung bereit stellen können.

So verfasste Herta Morgens als Schülerin einer Mädchenschule in München im November 1914 einen Schulaufsatz, den ihr Lehrer aufgrund des negativen Untertons schlecht bewertete, da die Schülerin zu Beginn schon die Greuel des gerade begonnenen Kriegs darstellt.

Neben Tagebüchern und Aufsätzen sind es vor allem auch Feldpostbriefe aus diesen Jahren, die als historische Quelle unumgänglich sind und die statt in Archiven auch gerne mal auf Dachböden versteckt sind – möglicherweise ja auch bei Ihnen.

Der heutige Text stammt aus der Archivale LASp P 31 Nr. 303, die ersten drei Seiten von Herta Morgens‘ Aufsatz finden Sie hier – die Transkription wird Ende der Woche veröffentlicht.

Zum oben stehenden Text:

Walter Rummel: Schulaufsatz zum Ersten Weltkrieg, November 1914, in: Walter Rummel (Hrsg.), 200 Jahre Landesarchiv Speyer. Erinnerungsort pfälzischer, rheinhessischer und deutscher Geschichte, 1817-2017 (= Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz Bd. 122), S. 317.

Literatur zum Ersten Weltkrieg gibt es zur genüge, daher sei hier lediglich auf Beispiele verwiesen:

Gerhard Henke-Bockschatz: Der Erste Weltkrieg. Eine kurze Geschichte, Stuttgart 2014.

Jörn Leonhard: Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs, München 2014.

Auch filmisch wurde der Erste Weltkrieg natürlich ausführlich aufgearbeitet, so zum Beispiel in „Im Westen nichts Neues“ (1930) oder Sam Mendes‘ Drama „1917“ aus dem vergangenen Jahr. Peter Jackson, der durch die „Herr der Ringe“- und „Hobbit“-Trilogien weltbekannte Regisseur, drehte 2018 einen Dokumentarfilm, der rekoloriertes Originalmaterial verwendet und seinem Großvater, der im Ersten Weltkrieg kämpfte, gewidmet ist. „They Shall Not Grow Old“ ist online verfügbar, ein Trailer steht auf YouTube zur Verfügung:

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